Zehn Spielregeln für Erfa-Gruppen
Seit über 15 Jahren betreut das Berater-Team Bau Erfa-Gruppen. Die aus seiner Erfahrung wichtigsten Spielregeln hat Dr. E. Rüdiger Weng vom Berater-Team Bau zusammengestellt. Diese sollten eingehalten werden, damit die Gruppenarbeit für alle Beteiligten Gewinne bringt.
- Sympathie: Ein Erfahrungsaustausch-Kreis lebt im Wesentlichen
von seinen Mitgliedern. Daher ist es wichtig, dass die "Chemie"
sowohl unter den Teilnehmern als auch zum Moderator stimmt.
- Vertrauen: Basis für eine erfolgreiche Zusammenarbeit
ist das volle gegenseitige Vertrauen zwischen den Mitgliedern einerseits
und dem Moderator andererseits. Um dies zu gewährleisten, darf
es keine Konkurrenz-Situation unter den Mitgliedern geben. Auch
neue Kandidaten dürfen daher nur in den Erfa-Kreis aufgenommen
werden, wenn alle Mitglieder ohne Vorbehalte zustimmen.
- Engagement: Der Erfahrungsaustausch lebt vom Geben und Nehmen.
Offenheit, Engagement und die Bereitschaft, sich mit ganzer Kraft
in die Gruppenarbeit einzubringen, sind elementare Voraussetzungen
für jeden Teilnehmer.
- Offenheit: Nur wenn alle Karten offen auf den Tisch gelegt
werden, können die anderen Mitglieder den Nutzen einer Maßnahme
nachvollziehen. Die Praxis zeigt, dass gerade der Austausch von
"Insider-Informationen" ein wesentlicher Erfolgsfaktor
der Erfa-Arbeit ist.
- Hilfsbereitschaft: Ziel der Erfa-Kreise ist es, Hilfe zur
Selbsthilfe zu geben. Und zwar nicht nur bei den eigentlichen Treffen,
sondern auch darüber hinaus im unternehmerischen Alltag.
- Ehrlichkeit: Erfolgsgeschichten sind leichter zu erzählen
als Pannenstorys. Um für alle einen gewinnbringenden Erfahrungsaustausch
zu ermöglichen, sollten die Teilnehmer auch den Mut besitzen,
über negative Erlebnisse und Fehler zu sprechen. Sonst erschöpfen
sich die Treffen im gegenseitigen Schulterklopfen.
- Teilnahme: Um eine umfassende Diskussion zu ermöglichen,
sollten immer alle Mitglieder an den Sitzungen teilnehmen. Wer nicht
kommt, muss deshalb trotzdem die Tagungsgebühr zahlen.
- Fairness: Die am Erfa beteiligten Unternehmen verpflichten
sich, keinem anderen Partner die Mitarbeiter abzuwerben.
- Selbstbestimmung: Wie oft und wie lange die Treffen stattfinden,
wird von den Teilnehmern festgelegt. Sinnvoll sind mindestens zwei
Treffen pro Jahr für ein bis zwei Tage.
- Zusammensetzung: Vertrauen wird zwischen den Teilnehmern
und nicht zwischen den teilnehmenden Unternehmen aufgebaut. Daher
ist es wichtig, dass sich der Personenkreis möglichst immer
gleich zusammensetzt.
veröffentlicht in: handwerk magazin 8/2002,
S. 30

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